Origin

Vorwort

Änderung zum Original: Im Original wurde das aus dem englischen Gebräuchliche ‘wir’ im Text benutzt und ein weiterer Name war in der Bewerbung angegeben. Da mir beim Schreiben geholfen wurde erschien dies für den ersten Entwurf angemessen. Da ich jedoch die Chance bekam das schriftliche nochmal zu gestalten ist die Nennung im letzten Entwurf weggefallen, da sowohl Konzeption und Ausarbeitung der Idee vollständig auf mich zurückzuführen ist, erschien mir die Variante nur meinen Namen anzugeben als korrekter.

Das Original der Bewerbung, die durch das Entgegenkommen des BMBF noch überarbeitet werden konnte ist der Transparenz halber hier auch noch abrufbar. Die inhaltlichen Änderungen begründeten sich v.a. durch die Interaktion mit anderen Projekten und dem Jugendforum der EU, welche diesem Projekt noch einen konkreteren Charakter ermöglichten.

Boot.Science soll vor allem ein Netzwerk werden – und unser Entwurf ist ein Ansatz über welche Themeninhalte sich ein solches Netzwerk erstrecken muss, damit es als Ziel unter anderem die Software-Architektur hervorbringen kann die wir unter Architektur skizzieren. Diese stand in der ersten Version der Ideenbeschreibung im Vordergrund, da die Entwicklung der Software jedoch eine Vielzahl an Mitwirkenden und Entwicklern benötigen wird und ich die Grenze zu anderen Projekten von mir deutlicher machen wollte, wird Boot.Science in erster Linie die Rolle des Vermittlers einnehmen und keine Software Entwicklung forcieren. Wir fokussieren uns hier auf Strategiebildung und eben die wörtliche Interpretation – Wissenschaft zu starten.


Reflektion des Originals

Mission

Das Ziel von Boot.Science ist zunächst die Kontextualisierung der Hightech-Strategie 2025¹, der Nationalen Strategie Künstliche Intelligenz² und der Maßnahmen zur Förderung von Projekten zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access³: Wir möchten konkrete Maßnahmen vorschlagen und Stoßrichtungen (wie Boot.Science selbst) diskutieren um die Kooperation von Zivilbevölkerung und Regierung zu vereinfachen, optimieren und mit den Mitteln von KI zu unterstützen. Als erste Maßnahme möchten wir die Entwicklung einer Plattform vorschlagen, die als Grundlage für die zukünftige Planung, Realisierung und Koordination komplexer dynamischer digitaler Großprojekte wie den #WirVsVirus Hackathon dienen kann.

Diese Plattform beschreiben wir in unserem ersten Entwurf als eine integrative IDE. Unter einer integrativen integrierten Entwicklungsumgebung (i-IDE) verstehen wir eine dynamische komplexe Architektur die verschiedene Software effizient miteinander verarbeiten kann – ähnlich einem Betriebssystem. Diese i-IDE soll sowohl als Kommunikationssystem und kollaborativer Workspace fungieren, als auch die Verbindung und open source soll. Für eine konkrete Implementation und bessere Skizzierung unseres Ansatzes als auch die Einreichung von Gegenentwürfen hoffen wir auf Beiträge der #WirVsVirus Community.

¹ https://www.bmbf.de/de/hightech-strategie-2025.html, ² https://www.ki-strategie-deutschland.de/home.html, ³ https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-3044.html



• Gesellschaftlicher Diskurs, kollektives Bewusstsein und künstliche Intelligenz
: #OpenFuture

Wir wollen erreichen, dass Ergebnisse der KI-Forschung einerseits leichter in die Hochtechnologie für das Prototyping und Case-Studies einfließen können und diese Ergebnisse andererseits durch eine standardisierte und transparente Repräsentation auf einer zentralen Oberfläche für die Zivilbevölkerung zugängig gemacht werden.

Die Technologie-Entwicklung verläuft exponentiell und wird weiter beschleunigt durch den zunehmenden Einsatz von KI und die Investition in KI-Bereiche. Die Zivilgesellschaft verliert dabei immer mehr den Zugang zu den Mechanismen und Entwicklungen in Wirtschaft, Technologien und Finanzmärkten. Auch politische Entscheidungen werden dadurch für große Teile der Bevölkerung immer schwerer nachvollziehbar, was zu einem Entfremdungsprozess innerhalb der Gesellschaft führt.
Es fehlen digitale Tools und Standards, die gesamtgesellschaftliche und geopolitische Prozesse transparent machen und eine barrierefreie, inklusive und intuitive Teilhabe am demokratischen und freien Miteinander ermöglichen.


• Welche Personen oder Personengruppen stehen im Fokus (Zielgruppe)?
Der Hackathon der Bundesregierung hat gezeigt, dass das Interesse der Bevölkerung an digitaler Selbst- und Mitbestimmung groß ist und ein hohes Innovationspotenzial existiert, das bisher nicht erschlossen wurde. Wir wollen mit Boot.Science Wissenschaft und wissenschaftlich interessierte Privatpersonen mit den Aktivisten des Hackathons zusammenbringen. Unsere Zielgruppe sind demnach alle, die sich motiviert und engagiert dafür einsetzen wollen, Deutschland zum Vorreiter einer intelligenten und lebensfreundlichen Digitalisierung zu machen.

2. Die Lösung: Was ist Ihre Idee?

Wir wollen eine integrative IDE entwickeln, die eine intelligente, dynamische Architektur hat. Das bedeutet, konkrete Anwendungen würden zunächst als API´s eingebettet werden, um so eine Struktur aufzubauen die für alle notwendigen Funktionen eine Schnittstelle zu bereits vorhandenen Programmen herstellt. Diese Schnittstellen betrachten wir als Module, die separat weiterentwickelt werden können, während die IDE den Austausch von unterschiedlichen Datentypen und die Kooperation an Projekten trotz unterschiedlicher Software auf einer gemeinsamen Ebene möglich macht. Unsere Idee ist es, mit Hilfe der Regierung eine stabile und transparente Architektur aufzubauen, die Open Source und proprietäre Software miteinander verknüpft. So könnte z.B. ein von der Regierung finanziertes Projekt kollektiv umgesetzt werden.


• Wie wollen Sie die Herausforderung konkret lösen?
Mit dem Aufbau und dem Anbieten einer solche IDE wollen wir für konkrete Projekte und Programme aus der KI eine aktualisierbare Beschreibung und Visualisierung derer für die Bevölkerung zugänglich machen. So kann in Echtzeit darüber informiert werden, wofür Programme entwickelt werden und wer diese entwickelt, und eine Diskussion von Experten und Nutzern geführt werden, was diese Programme für Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Gesellschaft haben.
• Warum ist Ihre Lösung wichtig für die Gesellschaft?
Die Lösung ist wichtig für die Gesellschaft, weil sie es einerseits ermöglicht, komplexe Software und Diskussion in edukativer Weise zu abstrahieren. Andererseits stellen die gewonnenen Erkenntnisse die Grundlage für eine KI-bezogene IT-Sicherheit dar.
Zudem könnten schneller und effizienter Sprunginnovationen identifiziert und gezielt gefördert werden.
Auch Social Innovations könnten so provoziert und mit größerer gesellschaftlicher Akzeptanz und Nachvollziehbarkeit umgesetzt werden.
Schließlich kann auch die Definition und Formierung neuer Forschungs- und Berufsfelder angestoßen werden.
• Wie wird Ihre Lösung das gesellschaftliche Miteinander verändern?
Es würde ein regerer Austausch zwischen Regierung, Experten, Open Source Community und der Zivilbevölkerung stattfinden können. Durch die Beteiligung aller an Gestaltung und Implementation der Digitalisierung entsteht ein neues Wir-Gefühl: Der Riss zwischen Politik und Gesellschaft weicht einem konstruktiven Miteinander.
• Was unterscheidet Ihre Idee von bisherigen Ansätzen?
Es gibt keinen bisherigen vergleichbaren Ansatz. Wir beziehen uns auf aktuelle Strategien der Bundesregierung und die Erfahrungen und Erkenntnisse die durch die globale Hackathon Szene seit März weltweit entsteht. Unser Ansatz möchte das Innovationspotential welches momentan insbesondere für Covid19 wichtig ist und abgerufen wird als zentralen Bestandteil einer gemeinsamen Zukunft machen.


3. Die Umsetzung: Wie soll es weitergehen?

Wichtigster und zugleich auch erster Schritt ist, die Idee selbst zu kommunizieren um ein Netzwerk und eine Community für diesen Gedanken aufzubauen. Dies soll stattfinden bevor Software implementiert wird. Nur so kann dieses Projekt von Anfang an vollständig transparent umgesetzt und geführt werden.


• Welche Schritte würden Sie mithilfe des Preisgeldes unternehmen, um Ihre Idee weiterzuentwickeln und ein Konzept für die Erprobung der Idee zu erstellen?
Wir würden eine mögliche Finanzierung einerseits in Marketing und Promotion des Projektes wie oben begründet investieren. Andererseits würden wir Programmierer und Webdesigner beauftragen, Modelle und Demos für die vielseitigen Funktionen der Plattform herzustellen um dessen Kommunizierbarkeit zu erhöhen.
• Was könnte bei der Weiterentwicklung und Erprobung Ihrer Idee wissenschaftlich untersucht werden?
Anhand des Umfangs und des Spektrums der beteiligten Fachbereiche, Impulsgeber und Themengebiete wird die Anzahl der Variablen deutlich, die empirisch untersucht werden können: Nutzerzufriedenheit (UX), Nutzeranzahl, Nutzerverhalten (UI), Effizienz des Systems bei der Lösung konkreter Aufgaben sowie die Untersuchung, ob auf diesem Wege kollektive Intelligenz ermöglicht und koordiniert werden kann. Da all dies komplexe Parameter sind möchten wir konkrete Untersuchungsdesigns und Messgrößen mit Experten der jeweiligen Gebiete modellieren bevor wir sie hier explizit beschreiben können.
• Wie könnte Ihre Idee langfristig in die Praxis umgesetzt werden
Durch den Aufbau von Kooperationen zwischen Wirtschaft, Forschung und Bildungsinstitutionen kann diese Architektur in ihrer Funktionalität, Stabilität, Verlässlichkeit und Sicherheit so verbessert werden, dass sie auch von Regierungsstellen für Verwaltungsaufgaben und Bürokratie genutzt werden kann. Deutschland könnte mit einem solchen System zum ersten Land mit einem integrativen, partizipatorischen Regierungsapparat werden und sich so weltweit als Innovationsland und Vorreiter in Spitzentechnologie und deren hocheffizienter Implementierung profilieren.