Input

Dies ist der gegenwärtige Entwurf für Boot.Science. Solange hier noch kein konkreter Ansatz für eine Softwarearchitektur eingesehen werden kann bitten wir um Mitarbeit, Erweiterung, Korrektur und Diskussion dieses Entwurfs. Die für den Ideenpreis eingereichte Version steht als pdf zum Download zur Verfügung und dient momentan noch für die Struktur der Projektbeschreibung.

Bewerber: Output Projektname: Boot.Science 2020 Quellen: https:// Boot.Science/Quellen

Auszug Artikel 1 – GG

Absatz 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Absatz 2: Das deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

1. Die Ausgangslage

Die für Boot.Science definierte Herausforderung ist es, einen Beitrag zu leisten, wie digitale Strategien die Vertretung von Absatz 2 des Artikel 1 GG unterstützen können. Wir stellen also die Frage: Wie kann Deutschland weltweites Vorbild werden, Hochtechnologie und künstliche Intelligenz als auch Kognitionswissenschaften zum Wohle des Weltfriedens und der Demokratie einzusetzen?

Wir sehen durch den Einsatz und die Weiterentwicklung von KI Systemen in der kommenden Dekade einen Umbruch der Bedeutung und des Einflusses der Digitalisierung. Dieser fordert nach unserem Verständnis eine (sich kontinuierlich entwickelnde) Vernetzung von Bildungsinstitutionen und Forschungseinrichtungen um der Bevölkerung einen Anschluss an die exponentielle Technologie und Systementwicklung zu ermöglichen.

Die globale Einhaltung der Menschenrechte, den Ausbau von Umwelt- und Naturschutz und die Meinungsfreiheit in Einklang mit technologischer und gesellschaftlicher Entwicklung und Veränderung aktiv zu fordern und zu unterstützen ist die für Boot.Science definierte Mission. Wir streben daher solche Lösungen an, die sich explizit für die Generalisierung und Internationalisierung eignen.


1.1 Ansatz – Gesellschaft der Zukunft

Einen strategisch klaren und einheitlichen Kurs für Bildung, Forschung und Demokratie in Bezug auf Absatz 2 zu formulieren sehen wir bisher als Ausstehend an, da die Strategien der Bundesregierung auf die wir uns hier beziehen (und um deren Optimierung wir uns bemühen) noch nicht in eine Übergeordnete Agenda wie z.B. die der EU Horizon Missionen zusammengefasst wurden.

Für eine solche übergeordnete Strategie muss sich in umfassender Weise auf die Chancen und Probleme durch das Internet, die Globalisierung und den Pandemie-induzierten Digitalisierungsdruck bezogen werden. Dieser komplexen Herausforderung langfristig effektiv zu begegnen setzt unter anderem die Schaffung von Software-Standards und den aktiven Austausch von Institutionen und der Bevölkerung voraus. Ich (oder wir, siehe Output) arbeite dafür an Strategien um Synergien zwischen hochkomplexen Bereichen zu ermöglichen. Das Innovationspotential der Bevölkerung wurde im Zuge des Hackathons der Bundesregierung erstmals sichtbar – auch der WirfürSchule Hackathon zeigte, dass die Zukunft Deutschlands im digitalen kooperativen Raum liegt. Nach eigener Erfahrung spielen vor allem (neben einer klaren Herangehensweise und Missionsformulierung) auch die benutzten Tools und das übergeordnete Design von Projekten eine entscheidende Rolle für deren Erfolg und Kommunizierbarkeit. Wir möchten auch den Einfluss von Projekten dahingehend optimieren, dass sie soziale Innovationen aktiv provozieren, diese kontextuell effektiv identifizieren können und damit auch in Echtzeit in sich einbinden können.


1.2 Die gesellschaftliche Situation und ihre Veränderung durch die Digitalisierung

Die Entwicklung von Technologie und Wissen verläuft exponentiell und wird weiter beschleunigt durch die Zunahme von Anwendungsbereichen und Investitionen in künstliche Intelligenz. Die Zivilgesellschaft verliert durch die entstehende Komplexifizierung zunehmend Optionen, um Wirtschaft, Technologie und Finanzmärkte und die dadurch notwendig werdenden politischen Entscheidungprozesse nachvollziehen zu können. Den Entfremdungsprozess innerhalb der Gesellschaft sehe ich unter anderem bestätigt durch den Erfolg von Rechtspopulismus und Verschwörungstheorien. Ich möchte daher anstoßen, die deutsche Wissenschaft, Hochtechnologie und die KI-Forschung mit der Zivilbevölkerung und dem gesamten Bildungssystem auf neue Weise zu vernetzen.


1.3 Welche Personen oder Personengruppen stehen dafür im Fokus (Zielgruppe)?

Da mein Projekt einen stark interdisziplinären Charakter hat, ist auch die Zielgruppe entsprechend differenziert und breit gefächert: Ich werde mich weiterhin konkret an den Strategien von Bundesregierung und der EU orientieren, wie der Hightech-Strategie 2025, die Nationale Strategie Künstliche Intelligenz, der Transformation zu Open Access und Horizon Europe. Ich möchte die Akteure dahinter mit den Aktivisten des WirVsVirus Hackathons und des europäischen Jugendforums unter einem gemeinsamen Leitfaden zu geeinter und dezentraler Problembewältigung motivieren. Die Einreichung von Boot.Science bei dem Gesellschaft der Ideen Wettbewerb war mein erster Beitrag dazu, welcher auf vielen Jahren Studium und Forschung basiert und für den ich mich um Kooperation und Diskussion mit den auf der Startseite genannten Zielgruppen bemühen möchte.

2. Die Idee Boot.Science

Boot.Science will das Bildungssystem und die Zivilbevölkerung als wesentlich für die Intelligenz Deutschlands hervorheben und dafür zunächst eine Diskussion wie oben skizziert initiieren und in diesem Zuge auch die Entwicklung einer komplexen dynamischen Software Architektur motivieren. Regierung und Wirtschaft können von kollektiver Problemlösung nur dann fair und effizient profitieren, wenn diese offen, partizipatorisch und inklusiv im Austausch mit der gesamten Bevölkerung stattfindet, wofür es (dringend) neue Standards und Interfaces braucht. Boot.Science soll als Vermittler dafür dienen und skizziert dazu Grundlagen für die zukünftige Planung, Realisierung und Koordination komplexer dynamischer digitaler Großprojekte wie den #WirVsVirus Hackathon. Die Abläufe des Hackathons waren über Slack zwar möglich, doch wie bei den oben genannten Strategien auch, sind die komplexen Abläufe nicht trivial für die Bevölkerung zugängig gewesen (beispielsweise über TV, Live Berichte und Radio). Dies schmälert die Effizienz und auch die wissenschaftliche Bedeutung solcher Kooperationen. Auch die fließende Einbindung von Investoren und Universitäten war damals nicht vorgesehen und so auch nicht konsistent möglich. Ich denke Open Source und proprietäre Software können nur in einer offiziell betreuten Umgebung harmonieren und sich ergänzen und um einen möglichst großen Anteil der Bevölkerung zu erreichen bedarf es Kooperation mit Bildungssystemen und Gamifizierung.

2.1 Wie soll das Projekt konkret realisiert werden?

Ich betrachte den Aufbau einer neuen digitalen und technischen Informationsinfrastruktur als wesentlich um eine zeitgemäße Vertretung von Absatz 2 Art. 1 GG schnellstmöglich zu erreichen. Dies wird auch in der Hightech Strategie 2025 hervorgehoben. Eine Synergie zwischen den Quellen auf die ich mich beziehe (https://boot.science/quellen) würde Deutschland zudem eine (noch) bessere Platzierung im internationalen Bloomberg Innovation Index sichern. Für eine solche Synergie braucht es zunächst Kenntnisnahme und Kommunizierbarkeit voneinander – etwas das wir als Vernetzen zusammenfassen. Die KI-Strategie definiert klar die Absicht, Deutschland international zum Marktführer in diversen KI-Bereichen zu machen. Ich vertrete die Überzeugung, dass dies nur auf einem Wege geschehen sollte und auch nur dann effektiv geschehen kann, wenn Bildung, Nachhaltigkeit und Menschlichkeit als gleichermaßen wichtige Ziele mit identischer Priorität begriffen werden.

2.2 Warum ist diese Lösung wichtig für die Gesellschaft?

Nvidia, Google und andere Konzerne setzen KI für Vorhersagesysteme menschlichen Verhaltens ein. Der Austausch dieser Recommender Systeme untereinander und Hardwareverbesserungen werden in absehbarer Zeit Abs. 1, Art. 1 GG bedrohen. Der Mangel an Aufklärung und gemeinsamer Bewältigung dieses Problems bedroht den Zusammenhalt der Gesellschaft. Menschen fühlen sich kontrolliert, ausgeschlossen oder manipuliert was eine komplexe Dynamik begünstigt, die Konflikte und Aggressionspotentiale schürt. Ich denke das ausreichend entwickelte künstliche Intelligenz katastrophale Auswirkungen auf Freiheit, Mensch, Natur und Politik haben kann. Die natürliche Intelligenz muss der künstlichen immer einen Schritt voraus sein. Dafür braucht es eine Schirmherrschaft durch Bildung, Forschung und der Regierung über ein neues Paradigma aktiver partizipatorischer Innovationsförderung und -Identifikation, Open Access (und Open Source) – Bildung und – Entwicklung sowie aktualisierbarer und transparenter Strategiebildung für kollektives Leben.

2.3 Wie könnte eine solche Software das gesellschaftliche Miteinander beeinflussen?

Durch eine wie hier skizzierte Strategie und eine Software Architektur könnte ein aktiver und friedlicher Austausch zwischen Regierung, Experten, Open Source Community und der Zivilbevölkerung stattfinden. Durch die Beteiligung aller an der Gestaltung und Implementierung der Digitalisierung über eine einheitliche Architektur entstünde ein neues Wir-Gefühl. Gemeinsames Lernen und Forschen muss die Identifikation von Sprunginnovationen und eine Optimierung des Übergangs von Ideen aus Schule, Universitäten und der Bevölkerung in die Wirtschaft und Forschung einschließen. Für eine friedliche Zukunft braucht es neue Software und Vernetzungen dieser, denn besagter Übergang muss ohne Zeitverlust und Barrieren stattfinden können, um den Anschluss der Zivilbevölkerung an die KI-basierte Zukunft nicht zu verlieren.

2.4 Was unterscheidet Ihre Idee von bisherigen Ansätzen?

Boot.Science ist eine offene Idee / Strategie und vertritt einen proaktiven Standpunkt (Projektcharakter). Unter Architektur nennen wir einige verwandte Ansätze. Außer Interlink.life gibt es jedoch nach unserem Wissen keine ähnlich umfangreichen Ansätze, die sich zugleich aufeinander beziehen und sich so in Relation setzen. Boot.Science stellt einen Kontext zwischen aktuellen Strategien der BRD und Europas, Ergebnissen der KI-Forschung sowie Erfahrungen und Projekten aus der Hackathonszene her.

3. Konzeption und Zukunft

Wichtigster Schritt ist die Idee selbst zu kommunizieren, um ein Netzwerk und eine Community für diesen Gedanken aufzubauen. So könnte dieses Projekt von Anfang an vollständig transparent umgesetzt werden. Die nächsten Schritte zur Konzeption sehen also das Marketing des Projektes und die Vergrößerung des Teams vor. Parallel müssten Programmierer und Webdesigner eingebunden werden, erste Modelle und Demos für die vielseitigen Funktionen der Plattform herzustellen und dadurch dessen Kommunizierbarkeit zu erhöhen. Dabei könnte erstmals empirisch der Ablauf expliziter kollektiver Großprojekte erforscht werden und ähnlich der Ansätze von Horizon auch deren Erfolg quantifiziert werden. Die Quantifizierung schließt bei diesem Ansatz zudem psychologische Untersuchungsvariablen und konkrete Leistungsindexe ein. UX und UI-Feedback sowie das Marketing je nach Effizienz für kollektive Aufgabenlösung könnte die Funktionalität einer solchen Architektur langfristig auch für Regierungsstellen, den Verwaltungsapparat und die Bürokratie zugängig und interessant machen. Deutschland könnte mit einem solchen System zum ersten Land mit einem integrativen, partizipatorischen Regierungsapparat werden und sich so weltweit als Innovationsland und Vorreiter in Spitzentechnologie und deren hocheffizienter Implementierung profilieren.

Die Grafik zeigt eine Mischung aus thematischen und zeitlichen Verbindungen für die Boot.Science Strategie. Auf Grundlage einer Vernetzung der Open Source Community, der KI-Forschung sowie der Hochtechnologie und angrenzenden akademischen Einrichtungen möchten wir die Entwicklung neuer Software-Architekturen ermöglichen. Die Grundlagenschaffung muss sich an Open Access, Inklusion und Transparenz orientieren und diese Aspekte in quantifizierbarer Weise vertreten (definieren) und herausbilden.


Auf der Seite Origin ist die Arbeit an Boot.Science vor dem 10.07.2020 zu finden, vermutlich ist darin kein großer Mehrwert (außer einem Einblick in die Arbeitsweise des Autors). Ich möchte sie zum Zwecke der Transparenz dennoch hier festhalten. Es gab einige Änderungen die auf der Seite beschrieben bzw. begründet werden, es gilt dabei stets das eine Verbesserung der Formulierung und Darstellung als auch der Konsistenz ein Hauptanliegen ist.

Wir müssen darauf hinweisen das in der eingereichten Version des Entwurfs für Boot.Science beim BMBF einige Rechtschreibfehler enthalten waren die in der Version hier korrigiert wurden/werden. Bis es wesentliche inhaltliche Veränderungen für unseren Entwurf gibt, sich Interessenten über Output bei uns gemeldet haben oder eine Antwort seitens des BMBF zu Boot.Science zur Verfügung steht, dient das hier verlinkte pdf als Referenz für unsere Arbeit seit dem 1.07.2020.